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Felsklettern in den Dolomiten

Von Jonathan Doyle

Die Dolomiten sind eine Gebirgsgruppe der südliche Kalkalpen, im Norden Italiens, dominiert von atemberaubenden 3000m hohen Turmspitzen und einer überwältigender Reichweite. Dieses UNESO Kulturerbe bietet eine der beeindruckendsten, und für jeden zugänglichen, Kletter-, Klettersteig- und Abenteuer Sportmöglichkeiten der Welt. Ganz egal welchen Schwierigkeitsgrad du kletterst oder welche Disziplin des Klettersports du ausübst, in den Dolomiten ist für jeden etwas dabei, du findest klassischen traditionellen Mehrseillängentouren direkt neben geschraubten Routen zum Sportklettern. 

VORBEREITUNG

Die Dolomiten, sind wie jedes andere Gebirge, ein ernst zu nehmender Ort, und es ist, wie für jedes Abenteuer, notwendig, dass du dich richtig Vorbereitest, um das Risiko so niedrig wie nur möglich zu halten.

1: Fitness am Berg:

Es ist nie immer empfehlenswert an der Grundlagenausdauer zu arbeiten, der weltklasse, britische Kletterer Andy Kirkpatrick hat eine Art Sprichwort: „the bin man strength“, („die Müllmanns-Kraft“), was so viel heißt wie: selbst wenn du einen physisch anspruchsvollen Jobs hast, genügt das noch lange nicht, um ein Profi Sportler zu sein.

2: Übe die Handgriffe bei Mehrseillängentouren:

Falls lange, alpine Mehrseillängentouren auf deinem Programm stehen, dann solltest du dir gewiss sein, dass deine Technik beim klippen effizient und sicher ist, du möchtest nämlich so wenig Energie wie möglich für das Klippen von Expressen verwenden. Außerdem ist es hilfreich sich mental auch mental vorzubereiten und sich nochmal an gewisse Phrasen zu erinnern, wie „ich weiß dass da ein nächster Bohrhaken ist“ oder „greifen und weiter klettern“.

 3: Wiederhole nochmal die Basics:

Es steht an oberster Stelle, dass du weißt, wie du dich selbst retten kannst, dass du die Technik beherrscht wie Prusiken, Abseilen, Karten lesen und die Basics von erster Hilfe. Manche Gebiete in den Dolomiten sind sehr abgelegen, und das Letzte was du bei einem feststeckenden Seil im Sturm tun willst, ist zu googeln wie man es richtig befreit!

4: Versichere dich, dass du ALLES an Material hast, was du brauchst:

Du hast dein Kletterequipment schon beisammen? Dann machen die Tri-Cams,für die kleinen Risse und Spalten, einen wundervolle Ergänzung und vergesse auf keinen Fall deine Notfall Ausrüstung, wie Stirnlampe, Regenjacke und Wechselklamotten. Es ist nicht ungewöhnlich im Dunkeln abseilen zu müssen und es kann auch vor kommen, dass ein unerwartetes Gewitter, Regenschauer oder Nebel aufkommt.

ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEITEN

Es gibt eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten, es kommt ganz auf dein Budget an. In den Städten wie Canezei, Corina D’Ampezzo, Corbara und Selva gibt es viele Hotels, Airbnbs und Camping Möglichkeiten. Die Lage ist außerdem optimal um die umliegenden Klettergebiete und die Abenteuer Sportstätten schnell zu erreichen. Die einzigartigen Berg Hostels und Berghütten sind eine gute Alternative zu den herkömmlichen Unterkünften, ihre Lage ist günstig, da du dich schon in den Bergen befindest.

DAS KLETTERN

In den Dolomiten sind viele, der eindrucksvollsten Kletterfelsen der Welt zu Hause und beherbergen eine große Vielzahl an verschiedenen Kletter Style Möglichkeiten. Ganz im Allgemeinen, sind jedoch die Dolomiten nicht der beste Platz für blutige Anfänger, etwas Vorstieg-Erfahrung zu haben ist ein muss, denn die Höhe und die ausgesetzten Stellen können ziemlich ernst werden und es sind meistens lange Touren in denen man zugange ist.

Falls du dich auf lange Mehrseillängentouren spezialisiert hast, dann ist der beste Ausgangspunkt Piz Ciavazes. Näher kannst du quasi nicht sein, dort findest du atemberaubende Klettertouren, die bis zu 300m reichen können. Eine gute Aufwärmroute ist die Rampe Del Torso, IV, sowie die Schubert/Route of Friendship, VI- und Big Micheluzzi, VI. Es gibt dort sogar auch ein paar Sportkletterrouten.

Eine der beeindruckendsten Felswände der Dolomiten ist an der südlich liegenden Marmolata, der höchste Berg in der Gebirgskette. Mit einer stolzen Höhe von 3.343m, ist er ein Juwel der Region und gehört somit der Elite an. Die Marmolata ist nicht zu unterschätzen. Der Zustieg ist lang und wenn du die letzte Gondel nach Hause kriegen willst, musst du super früh starten. Tomasson V, ist die leichteste Route mit 650m zum Klettern. Vinatzer-Castiglioni VI+ ist eine andere sehr zu empfehlende Route, diese deckt 800m Kletterei ab und ist ein Schwierigkeitsgrad schwieriger, mit der Schwierigkeit E3. Zu guter Letzt wäre es unhöflich nicht die Attraverso il Pesce (Der Fisch) VII+ zu erwähnen, die ultimative Testroute an dieser Felswand. Diese Wand ist nur für sehr Erfahrene, es ist nämlich ziemlich leicht sich zu verirren und in loses Gelände abzukommen. Wenn du dich noch nicht so ganz and die Südwand traust, dann beherbergt das Marmolata Massive auch ein paar super Klettersteige, die einen spektakulären Tagestrip machen. 

Wenn Sportklettern dein Spezialgebiet ist, dann Citta Sassidie beste Region für dich, das Gebiet liegt am Ende des Sella Passes. Es ist ein uhraltes Boulder Feld am Fuße des mächtigen Sassalungo und bietet auch eine überwältigende Anzahl an Kletterrouten und das nur einen Katzensprung vom Parkplatz entfernt.

Wenn du auf der Suche nach etwas mehr Aufregung bist, vielleicht ein Abenteuer mit Übernachtung, dann könntest du die hochliegende Route vom Odle/Geisler ausprobieren. Der Zustieg ist nur etwas abenteuerlich: die Route ist eine Stunde von Canezei entfernt und mit der Secceda Gondola fährst du dann auf 2500 Höhenmeter und nach einem zweistündigen Fußmarsch bist du am Einstieg der Route. Aber es lohnt sich, der Ort ist einfach atemberaubend und bietet eine 700m lange (19 Seillängen) -top qualitative- Klettertour, die mit beeindruckenden, ausgesetzten Gipfeln endet. Des Weiteren sind die Routen am II Gobbo, Torre Del Diablo und Torre Leo sehr speziell. Vom See Misurina bekommst du nach einem Fußmarsch von ein paar Stunden eine weitreichende Aussicht über die Tre Time und ein paar verzwickte Routen im Schwierigkeitsbereich VS (entspricht einer VI-). Dort gibt es eine Menge Dächer zu meistern und deine Balance kannst du beim Reibungsklettern unter Probe stellen und außerdem darfst du dir die „Dülfer Step“ nicht entgehen lassem!

TOP TIPS

Das Wetter in den Dolomiten ist sehr wechselhaft und schwer vorherzusagen, der Wetterbericht ist somit frustrierenderweise unverlässlich, also am Besten ist, die Vorhersage mit Vorsicht zu genießen und nimm immer eine Regenjacke mit, auch wenn es zu 100% nicht regnen soll...

Es ist notwendig, dass du voll versichert bist. Die AAC (Austrian Alpine Club) Reiseversicherung deckt fast alle abenteuerlichen Sportarten ab und zusätzlich solltest du nochmal nachsehen, was deine Versicherung für Konditionen hat.

In den Dolomiten ist es bekanntlich schwierig seiner Route zu folgen und es ist frustrierend, wenn du blind einer Linie von Bohrungen folgst (davon ausgehend, dass die Bohrhaken nicht ausgehen!) und sie im Nichts endet. Deswegen ist es ratsam, dass du dir für die Routenplanung Zeit nimmst und dir am besten nochmal den Verlauf der Route von unten ansiehst, mit dem Kletterführer in der Hand. Außerdem sei dir bewusst, dass ein Kletterführer nur ein Wegweiser ist und Fehler können trotzdem passieren, daher ist es von Vorteil wenn du ein paar Schwierigkeitsgrade mehr in der Tasche hast um einfach sicher zu gehen, dass du auch unerwartete Passagen sicher handhaben kannst, auf jeden Fall so lange, bis du die heimischen Schwierigkeitsstufen und Routen besser einschätzen kannst.

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