Oktober 18, 2018

By Chris Arthur

Es ist heiß und humid. Du wirst wahrscheinlich irgendwann krank werden. Das schnelllebige Publikum bedeutet, dass du viel Zeit drauf geht, dich immer wieder vorzustellen. Das sind nur drei Argumente nicht nach Hampi zum bouldern zu reisen. Zum Glück sind da mehr triftige Gründe diesen Ort zu deiner Reiseliste hinzu zufügen. Anfang der 2000er, raste Hampi in das kollektive Bewusstsein der Boulder Gemeinschaft, mit der Veröffentlichung des Films ´Pilgrimage´ in dem die Hauptrolle Nate ´biggy smooth´ Gold spielt. Falls du ihn noch nicht gesehen hast, rate ich dir das nachzuholen. Diese Region wurde wegen seiner Tempel und anderen Monumenten von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Kommunikation (UNESCO) als Weltkulturerbe ausgeschrieben. Dieser Teil der Erde ist tief in der Kulturgeschichte verankert, außerdem kreieren diese grandiosen Gebäude einen bizarren Kontrast zu den modernen Betongebäuden, welche zwischen den weitläufigen goldenen Granit Bouldern stehen. Die Boulder Plätze sind sehr weitläufig, wirklich weitläufig! Ein Meer von Felsblöcken, soweit dein Auge reicht, die meisten wurden aus Kletterperspektive noch nicht erforscht oder in einem Buch festgehalten. Es ist überwältigend dieses Zukunftspotential der Region zu sehen.

Die Tier- und Pflanzenwelt in diesem Gebiet ist groß und vielseitig. Aus britischer Sicht sind Affen, ohne Zweifel, die auffälligsten und exotischsten Tiere in der ganzen Region und überall zu sehen. Eidechsen sind auch weit verbreitet, während die Schlangen gewiss nicht so present sind wie man meint, sie sind meistens nachtaktiv und somit ist es sehr unwahrscheinlich einer über den Weg zu laufen. Die Vogelvielfalt ist beeindruckend und allein die Anzahl bietet einen starken Kontrast zum idyllischen Festland Großbritanniens. Mindestens vier Arten von Eisvögeln bewohnen die Region. Von den weiß halsigen Eisvögeln ist der lebhafte, glänzend blaue der beeindruckendste. Glänzend grüne Bienenfresser, wilde Vögel und Haubentaucher machen es sich auf den Rücken der Rinder bequem und das sind nur ein paar Vogelhighlights, die du vielleicht zu sehen bekommst. Ich erzähl wahrscheinlich viel zu viel über die Tier- und Pflanzenwelt, ich hör ja gleich auf. Es ist wohl ausreichend, wenn ich sage, dass es noch zahlreiche andere atemberaubende Sachen zu entdecken gibt. Wenn du Glück hast und deine Augen offen hältst, siehst du zum Beispiel Krokodile… Ein letzter Anreiz Hampi zu besuchen sind die Lebenshaltungskosten. Eine dreiwöchige Reise mit Unterkunft und drei Mahlzeiten pro Tag haben mich weniger als 290€ gekostet. Das ist absurd. Vor der Reise: in Indien ist ein Visum Pflicht. Es ist am einfachsten ein elektronisches Touristen Visum zu beantragen: website. Das kostet (im moment) 45€ und alles wird online bearbeitet, dein Reisepass wird gestempelt sobald du im Lande bist. Mit diesem Visum ist dein Aufenthalt auf 30 Tage beschränkt, also falls du länger bleiben möchtest, brauchst du ein anderes Visum, weitere Information sollten auf der oben genannten Webseite sein. Da außerhalb von Indien keine Rupien erhältlich sind, musst du dir das Geld sobald du dort bist beschaffen. Am Bangalore Flughafen gibt es einen Kiosk, sowie mehrere Geldautomaten, an denen du Rupien bekommst. 

Anreise

Flüge von England nach Banglalore (Bengalaru) haben zum jetzigen Zeitpunkt 550€ gekostet, mit einem kurzen Aufenthalt in Dubai. Von dort ist ein Nachtzug nach Hopset (Hosapete) die logistische Lösung, obwohl du eventuell einen persönlichen Motivator brauchst. Es gibt drei Bahnhöfe in der Nähe des Flughafens, alle drei sind ungefähr gleichweit entfernt. Ein Taxi zur Bangalore Anschlussstelle kostet ungefähr 1200 Rupien (14€), es braucht ca 1 Stunde, also berechne das in deine Finanzierungsrechnungen mit ein. Die 10 stündige Zugfahrt mit zwei Betten hat uns ca. 1000 Rupien (11,50€) gekostet, sehr klein aber bequem. Es gibt auch billigere Angebote ab 3€ oder auch luxuriösere Kabinen, wir fanden die vorherig erwähnte Klasse hat’s getan. Die Züge sind schnell ausgebucht, es ist also empfehlenswert den Zug ein paar Wochen vorher zu buchen www.cleartrip.com. Wie alle Internetseiten gehört sie zur indischen, es ist ein Alptraum sich auf den Seiten zurechtzufinden und um einen Account eröffnen zu können, musst du eine Kopie deines Reisepasses an den Kundenservice senden. Wenn du erstmal in Hopste bist, ist es einfach eine Rickshaw zu finden, die dich die letzten 12km oder so in das Dorf von Hampi bringt. Du musst etwas verhandeln, der Preis hängt so zu sagen von deinen Verhandlungskünsten ab. Uns wurden 500 Rupien (6€) angeboten, konnten aber den Preis runter handeln. Einmal in Hampi angekommen, bleiben die meisten auf der Insel, das ist auch das, was wir taten. Die Rickshaw setzt dich bei der Faire ab, die 10 Rupien kostet + extra 10 für großes Gepäck, insgesamt ca. 23€.

ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEITEN

Es gibt wahnsinnig viele Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel Hampi selbst, sowie weitere im Norden, in der Nähe von den anderen Klettergebieten. Nachdem Rat unseres Freundes, haben wir uns für die „Goan Corner“ Unterkunft entschieden, die auf der Insel liegt und perfekt für unsere Bedürfnisse war. Sie grenzt an den meisten, besten Klettergebieten der Insel an, die Besitzer sind freundlich und die spärliche aber möblierte Unterkunft ist vollkommen in Ordnung. Sie haben auch eine große Auswahl an verschiedenen Gerichten, welche viel besser schmecken als man es den Preisen ansieht. Es gibt auch Wi-fi, aber nur begrenzt, da es auch in anderen Restaurants und Unterkünften angeboten wird. Außerdem gibt es eine einfache Steckdose, mit zwei Löchern. Unser Doppelzimmer mit eigener Dusche und Toilette hat uns 750 Rupien pro Nacht gekostet (ca. 8,60€). Das war ein Zimmer der oberen Klasse, es gab auch welche mit kleinerem Bad oder mit Gemeinschaftsbad. In Hampi ist es unwahrscheinlich eine Selbstversorger Unterkunft zu finden, außerdem ist es schwierig an Lebensmittel und Material zu kommen, da bleibt nur: drei mal am Tag auswärts Essen. Ich bin mir sicher, das die meisten, wenn nicht alle Unterkünfte in dieser Region, genauso freundlich sind wie das unsere. Das Personal vom Goan Corner kann ich nicht ausreichend loben, es war ein Vergnügen und sie haben alles dafür getan, das es uns gut geht.

GESUNDHEIT

Hampi gehört zum Glück zu den Gebieten, in denen das Risiko Malaria zu bekommen nicht sehr hoch ist, deswegen sind Tabletten für diese Krankheit überflüssig. Abends und am Morgen sind aber die Mücken ziemlich aggressiv, also es lohnt sich eine gute Dosis and Mückenspray einzupacken. Bevor du fliegst willst du dich vielleicht noch gegen Hepatitis A, Tetanus und Typhus impfen lassen. Körperpflegemittel kannst du dir in Hampi kaufen, nur deine medizinische Grundausstattung solltest du von deiner Heimat mitbringen: Pflaster, Antiseptikum, Schmerzmittel, etc. Ich spreche aus eigener Erfahrung, eine Auswahl an Antibiotika zu kaufen, wäre vor Abflug nach Hampi eine gute Idee gewesen. Wie nicht anders wie erwartet ist im Großen und Ganzen der Hygienestandard sehr gering. Der Müll stapelt sich an den Seiten der Straßen und wird verbrannt, nachdem er unter anderem von Straßenhunden und Raben durchwühlt wurde. Trinke am besten kein Leitungswasser (bzw. vermeide jeglichen Kontakt, wie Eiswürfel oder Salat der mit Leitungswasser gewaschen worden sein könnte) und kauf dir lieber Wasserflaschen. Die sind zum Glück billig, 20-30 Rupien pro Liter (das Goan Corner verkauft 20l Fässer für 150 Rupien, was eine weise Investition ist, falls du vor hast länger zu bleiben). Höchst wahrscheinlich wirst du hören, dass du kochend heißes Essen essen solltest, was es auch stimmt, es ist gut sich dran zu halten. Viele Leute entscheiden sich, während ihrer Reise sich vegetarisch zu ernähren. Wir haben ab und zu Hühnchen gegessen, aber haben es an diesen Begebenheiten nicht bereut. Im Grunde besteht bei allem was du tust oder isst die Wahrscheinlichkeit krank zu werden.

ANDERE LOGISTISCHE TIPS

Das Leben spielt sich auf der Insel Hampi und in allen anderen Orten in der Umgebung ab, trotz der vielen Touristen ist es schwierig an nötiges Material zu kommen. Es gibt viele kleine Marktstände, die Toilettenpapier (du musst dein eigenes mitbringen), Snacks und dies und das verkaufen, aber erwarte nicht, viel mehr kaufen zu können. Die deutsche Bäckerei auf der Insel macht aber hervorragenden Kuchen. Geld kann entweder gewechselt werden oder einfach mit der Visa Karte von einen der vielen ‚travel shops‘ in der Umgebung abgehoben werden, welche einen besseren Wechselkurs anbieten als die Geldautomaten am Flughafen. Der einheimische Kletterheld Jerry besitzt einen sehr kleinen Kletterladen auf der Insel, falls du mehr Tape, Chalk, etc. brauchst. Crash Pads können bei der Unterkunft ausgeliehen werden. Wir haben unsere für 100 Rupien pro Tag beim Goan Corner ausgeliehen. Sie haben schon bessere Zeiten gesehen, aber der Schaumstoff ist gut und das ist schließlich die Hauptsache. Im ganzen Gebiet gibt is Netz, aber die Preise machen, wie sonst auch, den Gebrauch spartanisch. Wi-fi wird an den meisten Restaurants und Pensionen angeboten, aber nur sehr begrenzt. Das Klettern ist, was die Bedingungen angeht, heiß. Aber es ist immer heiß. Du wirst dir keine Sorgen um gute Konditionen machen müssen und wie es doch kühler in der vorherigen Woche war, denn es war nicht kälter und die Hitze bleibt auch die gleiche. Nimm es einfach an und beschränk dich auf Klettereinheiten am Morgen und am frühen Abend, mit genügend Zeit zum bummeln und lesen dazwischen.

Der „Golden Boulders“ Kletterführer (Link am Ende des Artikels) ist der umfassendste Guide, den es für diese Region gibt. Er erleichtert Entscheidungsfragen, wenn es um das passende Gebietauswahl geht, außerdem hilft er beim navigieren zwischen den einzelnen Boulderproblemen. Wie auch immer, es gibt viele Probleme die nicht im Buch aufgeführt sind, also ein gewisser Grad an Neugier ist hier angebracht. Das Klettern in Hampi reicht von Platte bis hin zu Überhängen und Dächern. Die meisten Wände bestehen aus Crimps, kleinen, unregelmäßigen Griffen, aber auch die Kantenliebhaber kommen auf ihre Kosten. In dieser Region der Insel könnten sich Viele für mehrere Wochen an den vielfältigen Klettermöglichkeiten beschäftigen, dazu kommt das es auch noch super einfach von den angrenzenden Pensionen zu erreichen. Im Großen und Ganzen können die Gebiete in „Süden“ und „Norden“ unterteilt werden. Die im Süden gelegenen Felsen sind über das Touristen überfallene Tempelgebiet verteilt, dort kann es sein, dass du untertags vom klettern abgebracht wirst. Ich muss zugeben, wir haben diese Gebiete nicht zum klettern betreten. Im Norden sind mehrere Sektoren am Setuwe plateau und um einen großen Speichersee verteilt. Das nähere von den eben genannt, ist ca. 2km vom Goan Corner entfernt und möglicherweise auch zu Fuß erreichbar, aber der Zustieg für die weiter weg gelegenen ist eher wie eine Seenlandschaft. Alternativ kannst du dir einen Roller bei einem Vermieter im Dorf für 150 Rupien pro Tag ausleihen.

EMPFOHLENE PROBLEME

Sun sloper (6A), Cosmic Friction (6C), The Shield (6C+), Why Like This (7A+), Japanese Jump (7B), Indian Summer (7C - SS 7C+), Rishi Special (7C), Middle Way (8A).

MEIN EINDRUCK

Ich bin der Meinung, dass es es Wert ist in ein paar Zeilen bouldern in Hampi zu beschreiben, Hampi ist einfach mal was anderes im gegensatz zu den meisten Reisezielen (an denen ich zu mindestens war). Du wirst dort keine erfahrenen Kletterhelden treffen, die meisten sind reisende Studenten die ab und zu mal klettern oder in der Vergangenheit mal geklettert sind und für ein paar Tage/Wochen eine Abwechslung brauchen, das ganze als Teil einer größeren Reise. Natürlich sind da wahrscheinlich auch andere motivierte Kletterer, aber die Stimmung ist eher relaxed und gesellschaftlich mit wenig Ehrgeiz große Nummern zu reißen. Tagsüber ist es meistens sonnig und es hat um die 30 Grad, was es zu warm zum klettern für jeden vernünftigen Menschen macht. Deswegen wirst du wahrscheinlich viel rumsitzen und für längere Zeit im Schatten ein Buch lesen (oder deine Zeit anderweitig vertreiben). Trotz allem hat mein Reisepartner, während unserer Zeit hier, ein paar tolle Probleme gelöst. Für mich hat sich der Urlaub eher wie ein Erholungsurlaub angefühlt, als ein Boulder Trip, und das ist wahrscheinlich gut im voraus zu wissen oder es gut das im Gedächtnis zu behalten, wenn du mit dem Gedanken spielst hier her zu reisen. Ich will aber betonen, dass das keine Kritik sein soll, es war eher eine sehr angenehme Abwechslung: herumliegen, gutes Essen genießen und einen schönen Tan bekommen, das wird so oft übergangen, wenn man mit Spagetti im ausgekühlten Zelt sitz, damit man am nächsten Tag seine Herausforderung am Fels wieder angehen kann.

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