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Scarpa Furia Air Rezension

Von Greg Chapman

Während der letzten paar Jahre haben Scarpa sich im Kletterschuhbereich keinerlei Patzer erlaubt und konnten mit allen großen Herstellern konsequent Schritt halten. Das positive Echo, das die Instinct-Serie hervorgerufen hatte, hat auch den neueren Modelle schnell zu einer großen Fangemeinde verholfen, vor allem am technischen Ende des Spektrums.

Das jüngste Angebot in der Profi-Kategorie, das in der Scarpa Kletterschuh-Werkstatt entstand, ist der Furia Air: ein rasanter neuer Schuh, dessen Beliebtheit auf der neuen S-Line (Soft Line) beruht, zu dem auch der Drago und der Furia S gehören. Modernstes Design und innovative Materialien machen den Furia Air zum leichtesten voll ausgestatteten Kletterschuh der Geschichte. Oberflächlich betrachtet sieht er einfach nur sehr minimalistisch konstruiert aus, doch wer ihn genauer ansieht erkennt, dass hinter diesem unglaublich leichten Schuh ein komplexer Designprozess steckt. So wurde ein superweicher, feinfühliger und manövrierbarer Schuh geschaffen, mit dem man trotzdem präzise antreten und auf der Innenkante stehen kann, wenn man an längeren und kniffligeren Kletterrouten oder Boulderproblemen arbeitet.

Ein äußerst dehnbares, zweilagiges Mikrofaser-Obermaterial wurde mit dem neuen Dual Tension Randing System (DTS) und einer von der Oberfläche her größeren, aber dünneren 3D-Zwischensohle kombiniert, um diesem elegant konstruierten Schuh das richtige Maß an Grundstruktur zu verleihen. Noch dazu wurde die beliebte SRT-Zehenkonstruktion beibehalten, die mit dem Furia S eingeführt wurde, sowie das M50-Gummi an den Zehen und die Z-förmige Anordnung der Verschlussriemen.

Der DTS Rand ist wohl der größte Unterschied zu den Vorgängermodellen. Im Gegensatz zu Drago und Furia S, die die Vorspannung mit einem einzelnen Materialelement zwischen der Rückseite der Ferse und unterhalb des Ballens aufbauen, fängt hier die komplexe neue Technologie ganz vorne an der Zehenspitze an, wobei der komplette Bereich unterhalb der Zehenbox mit einbezogen wird, und folgt dann dem Fußgewölbe bevor es sich in zwei Stränge aufteilt, die sich um die beiden Seiten des Schuhs schmiegen. Dann laufen die Stränge hinten an der Ferse zusammen, so dass das Spannungssystem gleichzeitig auch eine Slingshot-Ferse bildet. Der hintere Teil dieses Systems, auch als PAF (Power Absorbit Fit) bekannt, sorgt für noch besseren Halt und macht es möglich, die Vorspannung im Schuh bei der Herstellung abzustufen. Diese Verfeinerung macht den Furia Air im Vergleich zu anderen Modellen ohne PAF etwas weniger aggressiv im Achillesbereich. Der DTS-Rand mit zweierlei Spannung, zu dem auch die PAF-Ferse gehört, ist das Fundament der gesamten Schuhstruktur und macht ihn zu einem eindrucksvoll stützenden Schuh mit fantastischer Passform, und das trotz der scheinbar minimalistischen Konstruktion. Diese Konstruktionsmethode wird man bestimmt bei zukünftigen Modellen noch häufiger sehen!

Zum Abschluss lässt sich noch anmerken, das dies der erste vegane Kletterschuh von Scarpa ist. In der Vergangenheit wurden beim Leim und natürlich für die Lederfußbetten noch tierische Produkte benutzt. Beim Furia Air kommen stattdessen synthetische Versionen zum Einsatz. 

Im Überblick

Der Furia Air ist eine klasse Wahl für alle, die weiche Schuhe lieben und ein gutes Gefühl für den Fels haben möchten, aber trotzdem auch vor allem unter dem großen Zeh und an der Innenkante gestützt werden wollen. Ich würde den Furia Air nicht als einzigen Kletterschuh empfehlen - außer ihr klettert ausschließlich in der Halle - aber definitiv als eine Option im Arsenal ... eine hochkalibrige Option für bestimmte Projekte und Routen. Aufgrund der weichen Konstruktion kann man diesen Schuh im Vergleich zu anderen Scarpa Kletterschuhen eine ganze Nummer kleiner tragen. Wer also im Instinct VS eine 42 trägt, wird mit einer 41 beim Furia Air gut zurecht kommen. 

Die wichtigsten Eigenschaften & Eckdaten

  • OBERMATERIAL: Das achtteilige, zweilagige Obermaterial erlaubt eine Passform, die eng am Fuß anliegt. Außerdem kann durch die vielen einzelnen Teile immer das optimale Material für die verschiedenen Bereiche verwendet werden. Die Gesamtdicke liegt bei 1,6 mm - die perforierte obere Schicht ist 1,6 mm dick und die untere 0,6 mm - und ist somit 0,4 mm dünner als beim Furia S. Dadurch ist das Obermaterial dehnbarer und liegt besser an. Die Perforierung verstärkt diese Eigenschaften noch. 
  • NEW ALCANTARA: Dieses Synthetikmaterial wird innen im Zehenbereich eingesetzt und fühlt sich himmlisch an, bietet tollen Halt und dehnt sich, wobei es trotzdem über die Lebensdauer des Schuhs hinweg nicht die Form verliert.
  • ZWISCHENSOHLE: Die Flexan 0,9 mm Zwischensohle ist dünner, hat aber eine größere Oberfläche als bei Furia S und Drago. Sie ist außerdem so unter der Innenseite des großen Zehs positioniert, dass der Skelettmuskel Flexor hallucis brevis gestützt wird. Ein klein wenig steifer als Drago und Furia S unterhalb des Zehs, doch im Großen und Ganzen weicher und mit mehr Gefühl.
  • ACTIVE RANDING: Das einzigartige Design des neuen Dual Tension Systems (DTS) erlaubt es, unterschiedliche Spannungen an den beiden Seiten des Schuhs zu schaffen - innen etwas weniger als außen. Dadurch entstehen Vorspannung und Slingshot-Ferse aus einem Guss. Weitere Abstufungen in der Vorspannung werden durch verschieden große Perforierungen im Randgummi erreicht. Der DTS-Rand erstreckt sich bis zur Schuhspitze zwischen dem Obermaterial und der Sohle und stützt den Fuß dadurch bestens.
  • FERSE: Ein spritzgegossener Plastikstreifen unterstützt und schützt die Rückseite der Ferse. In Verbindung mit der innovativen PAF (Power Absorbing Fit) Fersenkonstruktion, die dämpft und für eine sichere Passform sorgt, wird der Druck der Slingshot-Ferst weniger aggressiv auf die Achillessehne weitergeleitet. 
  • SRT-RAND AN DER ZEHENBOX: Ein vergrößerter Rand aus M50-Gummi mit strategisch angebrachten Löchern verleiht dem Schuh eine fließende Passform und unglaubliche Flexibilität sowie Grip, wodurch Toehooks und Foothooks zum Kinderspiel werden. Diese verbesserte Performance geht allerdings Hand in Hand mit einem kompromissweise etwas weniger klebrigen Randgummi.
  • VERSCHLUSS: Das Z-förmige Klettriemensystem hält das Obermaterial fest am Fuß während er in Bewegung ist, und ein Zwickeleinsatz vergrößert die Öffnung und macht das An- und Ausziehen leichter.
  • SOHLE: Über ein Drittel erstreckt sich die 3 mm Vibram XS Grip 2 Sohle, die einen halben Millimeter dünner ist als bei Furia S und Drago. Auch hier sind wieder ein paar strategisch gesetzte Löcher anzutreffen, die die Passform optimieren.
  • Komplett aus nicht-tierischen Bestandteilen.

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